Alles ist dunkel, vereinzelt hört man einige Menschen, beinah hysterisch, kreischen. Dann betritt eine kleine, zierliche Person die Bühne, mit gelbem Cocktailkleid und schwarzen Haaren. Nun gibt es kaum noch einen, der still ist. Denn soeben gibt sich niemand anderes die Ehre als Tori Amos, verkleides als Pip, ein Charakter ihres neuen Albums (American Doll Posse). Der 6.6.2007 war der Tag für alle Toriphilen im Ruhrgebiet; denn die Göttin selbst spielt in der Landeshauptstadt von NRW. Bereits um 18:30 war Einlass in die Phillipshalle, die an diesem Tag mein ganz persönliches Mekka war. Im Foyer gab es einen Stand mit hilflos überteuerten Fanartikeln, dich ich selbstverständlich alle haben musste: Ein T-Shirt für 30€, ein Buttonset für 5€ und ein Poster für ebenfalls 5€.
Ab 20:00 konnte man dann seinen Platz im großen Saal suchen und sich über die schlechte Vorband ärgern, deren 6 Songs sich wie ein einizger Großer anhörten. Um kurz nach 21 Uhr war es dann soweit. Tori betrat die Bühne, verkleidet als eine ihrer 5 Dolls - Pip - und begann den Song "Teenage Hustling" zu schmettern. Nun folgte die erste Hälfte des Konzertes, die von Songs aus ihrem neuen Album dominiert war. Besonders interessant war das dämonisch ins Mikro gestöhnte "Fat Slut", welches sie anlässlig zum Start des G8-Gipfels mit folgenden Lyrics gesungen hat:
G8 Fuckers!
G8 can you penetrate this gluttony!
From every pore,
from every man,
who is now whore!
Who whores this land!
Who rapes my mother!
G8 you cocksuckers!
So extrem politisch und provokativ hat man Tori schon lange nicht mehr gesehn.
Nach einigen Songs verschwand sie von der Bühne und der Dance-ReMix von "Professional Widow" wurde gespielt. Währenddessen hat sie sich umgezogen und setzte sich nun als Tori an den Flügel und schmiss dem Publikum ein ungeheuer intensives "Big Wheel" entgegen.
Leider war dies auch der vorletzte Song aus dem neuen Album. Später sang sie noch "Smokey Joe".
Die zweite Hälfte enthielt einige ihrer schönsten Balladen, wie zum Beispiel "Winter" oder "Purple People", aber auch schnellere Nummern, wie "Precious Things" oder "Glory of the 80s" waren noch im Programm. Besonders amüsierend war ihre "Shoe Slut" Impro, in der sie sich selbst als "Shoe Slutty Slut Slut Slut Whore" bezeichnete.
Alles in allem war es ein absolut geniales Konzert mit einer Tori Amos in Höchstform, man sah ihr an, dass sich sichtlich Spaß daran hatte, in Düsseldorf zu spielen.
Stefan gefiehl es nicht so ganz, aber kann ichs ihm verübeln? Nein, und ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mitgekommen ist.
Hier noch einige Mitschnitte des Konzertes:
"Fat Slut + G8 Impro"
"Glory of the 80s"
10. Juni 2007
Tori Amos Live in Concert
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1 Kommentar:
Hey Alex, Good job! I like your text. Hope I see you on my next tour again. Then you can play the piano.^^
Tori Amos
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