20 Minuten Flug, 50 Sekunden Fall, 7 Minuten Segeln. Dies sind die nackten Daten eines Tandemsprungs, und ich sollte diesen in der Praxis erleben.
Es war 10 Uhr an einem Samstag, als ich am Fallschirmsportzentrum in Marl ankam. Nach kurzer Anmeldung wurde ich meinem Sprungpartner, mit dem ich gemeinsam springen sollte, vorgestellt. Er erklärte mir, was in etwa auf mich zukommt und wie ich mich während des Falls zu verhalten habe.
Eine halbe Stunde später war das Flugzeug bereit. Also rein in den Sprunganzug und hinein in das Flugzeug, das mich und 18 andere Springer auf 4000 Meter Höhe brachte. Zu meinem eigenen Erstaunen, hielt sich meine Angst in Grenzen. Vielmehr baute sich eine große Vorfreude in mir auf. Ich genoss den Überblick über Marl, Gelsenkirchen und Bottrop. Angekommen in 4000 Metern wurde die Flugzeugtür geöffnet. Ich sprang fast als letzter und konnte so beobachten, wie die anderen Springer, einer nach dem anderen, in der scheinbar unendliche Weite außerhalb des Flugzeugs verschwanden. Dann war ich an der Reihe. Langsam ging es Richtung Tür und nun fing mein Herz doch heftig an zu schlagen. Unter mir war nichts als Leere. Ich konnte die Höhe nicht abschätzen. Jetzt war der Augenblick gekommen, der Augenblick des Absprungs.
Mit 200 km/h raste ich der Erde entgegen. Mir schien es nicht so, als würde ich fallen, sondern als würde ich in der Luft schweben. Der Wind sauste mir um die Ohren. Ich verlor jegliches Zeitgefühl. Die Zeit stand still und der freie Fall kam mir endlos vor. Dieses Gefühl des absolut freien Falls war das unbeschreiblichste Gefühl meines Lebens.
In 1500 Metern Höhe wurde ich dann vom Fallschirm sehr sanft gebremst, auch wenn das von außen immer sehr hart aussieht. Ich konnte noch nicht recht realisieren, was gerade geschehen war. Ich war total überwältigt. Jetzt segelten wir in vielen Kurven Richtung Boden und landeten schließlich auf einer Wiese neben der Startbahn. Ich war so fertig, dass ich erst einmal nicht aufstehen konnte und einfach auf der Wiese sitzen blieb. Nach ein paar Minuten stand ich überglücklich, aber total geschafft auf. Und schon da stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall noch einmal springen möchte.
Ich lasse Bilder sprechen und in ein paar Tagen stelle ich das Video online.
Stefan
10. Mai 2008
4000m
Eingestellt von
Anonym
um
13:19
Labels: Schmarrn von Heute
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