13 lange Jahre ist es jetzt her. Manchmal glaubte man jedes weitere Jahr wäre ein weiteres zu viel; doch so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass es doch noch besser gewesen wär, einige Jahre länger in der Schule zu sein, denn mit dem heutigen Tag (dem Tag meiner bestandenen Abiturprüfung) beginnt der Ernst des Lebens.
Der Tag gestern sowie heute gestaltete sich als eine regelrechte Achterbahnfahrt der Gefühle. Spaß-Angst-Nervösität-Spaß usw.
Mit dem Spaß fing es Dienstagabend um 23:00 an, als sich meine Stufe in unserer Sporthalle zum Übernachten traf - obwohl da eigentlich niemand wirklich geschlafen hat. Fröhlich wurde an Sportgeräten geturnt und getrunken. Zu dem Zeitpunkt war man sich dem morgigen Ereignis noch nicht wirklich bewusst.
Die Ernüchterung kam dann gegen 6 Uhr morgens. Beim Sonnenaufgang auf dem Sportplatz (kann man sich etwas idyllischeres als eine Aschebahn im Morgengrauen vorstellen?) wurd man sich langsam der grausamen Wahrheit bewusst: Oh mein Gott! Heute bekommen wir unsere Abiergebnisse.
Etwas niedergeschlagen wurde die Sporthalle dann wieder von diversen Wein und Dirty Harry Flecken gesäubert. Normalerweise wäre das alles schon schlimm genug, doch unsere Schule hatte sich dazu entschlossen uns die Ergebnisse erst gegen halb 12 mitzuteilen.
Ab 8 Uhr wurde dann bei Homann gefrühstückt und dann bei Sarah zu Hause Fernsehgeguckt (Ich bekam allerdings nicht allzu viel davon mit. Ich schlief...zum großen Ärgernis von Sonja und Frauke, da diese so nervös und aufgeregt waren, dass an schlafen gar nicht zu denken war.) Irgendwann gegen 11 wachte ich dann auf und wir fuhren mit Jenny (und ihrer fürchterlich peinlichen Techno Version des Cranberry-Hits "Zombie") zur Schule. In der Aula wurden dann alle Schüler einzeln aufgerufen und bekamen ihre Ergebnisse. Ein roter Punkt auf dem Zeugnis bedeutete durchgefallen, ein gelber: Abweichsprüfung, ein grünes Fragezeichen stand für eine freiwillige Nachprüfung. Schüler, die bestanden hatten, bekamen lediglich ihr Zeugnis, ohne Verzierung in der oberen Ecke.Nachdem Sonja bestanden hatte und in Freundentränen ausbrach (Herr Wilms tröstete sie, indem er sie in den Arm nahm) wurd auch ich langsam hibbelig. Doch auch bei mir gab es nichts zu beanstanden.
Da stand ich nun mit meinem bestandenen Abitur mit einem Schnitt von 2,6... Der Ernst des Lebens hatte soeben begonnen.
4. Juni 2008
Der Start in den Ernst des Lebens
Eingestellt von
Alex
um
15:48
Labels: Life of Alex
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